2007: auf dem Weg vom Rennmäuschen zum Reitpferd

Das neue Jahr begann mit einem im wahrsten Sinn des Wortes “einschneidenden“ Ereignis: der Orkan "Kyrill" tobte am 18. Januar. Bereits Tage zuvor hatte es nur geregnet, es war zwar mild, aber schon so stürmisch, dass man mit den Pferden kaum heraus konnte, jedenfalls nicht in den Wald, das war viel zu gefährlich! Am 'Kyrill-Tag' selbst holten wir die Pferde bereits mittags um 12.30 Uhr herein, danach selbst schnell nur nach Hause! Am Tag nach dem großen Sturm regnete es immer noch heftig, und danach wurde es richtig kalt (- 9 Grad); allerdings Schnee für einen Schneespaziergang gab es erst Ende Januar.

Im Januar selbst haben wir relativ wenig gemacht: wenn möglich, spazieren gegangen oder einen Schrittausritt, gelegentlich auch mit anderen, Bodenarbeit und – wenn der Boden ok war - auch mal draussen auf dem Springplatz des Vereins austoben lassen...

                

Katrin Müller zeigte mir Massagegriffe, was Faghira sichtlich gefiel und gut tat. Und ich hatte Ende Januar eine erste Unterrichtsstunde bei Ulrike Dienstbach, unserer FN-Vereinstrainerin genommen. Ausbinder halfen, vernünftig traben zu können und dem Pferd, den Rücken aufzuwölben. Ich war begeistert, Faghira eher weniger - sie musste richtig arbeiten! Problem war vor allem der Trab ("Trab rechts immer noch Katastrophe, links besser").

Statt Eisen probierten wir jetzt Hufschuhe, sehr gut beraten und angepasst vom damaligen Hufschuheteam Günter Weißenborn und Julia Baumgarten: das Anziehen war zwar etwas umständlich, aber die Hufe sollten sich über'n Winter erholen können - vielleicht konnten wir sie ja auch im Sommer nutzen. Im Herbst gab es dann jedoch wieder Eisen, weil Faghira auf unseren harten Wegen immer fühliger lief; als die Eisen dann wieder ab waren, war auch das alte Problem wieder da: unsere Wege sind einfach zu steinig und werden jedes Jahr noch schlimmer, weil Schotter für die schweren LKW's aufgeschüttet wird - u.a. zuletzt die 'Kastanienallee'. Hufschuhe hatte Faghira zeitweise auch hinten - aber nicht allzu lange: sie flogen beim 1. Galopp die 'Kastanienallee' hoch weg - worauf sie leicht panisch noch flotter wurde ... Die Schuhe fand ich zwar wieder, habe sie dann aber hinten nicht mehr drauf gemacht.

Das für mich Wichtigste in 2007, aber auch in den Folgejahren, wurden die beiden Bücher von Michael Geitner "Be strict" und "Be strict im Sattel" - wie oft hab ich sie später verliehen, wie oft sie auch immer wieder gelesen oder gezielt nachgeschlagen! Viele meiner Tagesbucheintragungen beziehen sich darauf: ("geübt, mich durchzusetzen - siehe da, es geht!! "  - "Schöpfe langsam wieder Hoffnung, nur der Rückweg: viele Feldspinnereien").                                         

    

Im Februar gab es dann den bislang ausgebliebenen Wintereinbruch, aber nur gut eine Woche lang, danach war es sehr regnerisch und stürmisch, schönes Wetter (wie am 15.02.) blieb die Ausnahme,  ein nasses und schlammverkrustetes Pferd die Regel....

 

Mitte Februar fand auf dem Waldhof in Usingen ein Bodenarbeitskurs unter der Leitung von Birgit Schreuers statt, bei dem ich mitmachte; viel Theorie, und Praxis mit den Pferden der Teilnehmer/innen. Da ich Faghira nicht nach Usingen bringen konnte, wurde das Kurs-Verladetraining kurzerhand nach Neu-Anspach verlegt - am 17. abends mit sehr spätem Ende in der Halle. Resultat war, dass Faghira kein Problem hat, in den Hänger zu gehen - was ich zuerst vermutet hatte - sondern, dass sie damit keines hat, denn, wenn sie -  wie von der Trainerin mit einem Haufen Geduld und Beharrlichkeit davon überzeugt wird, dass sie es zu tun hat, tut sie es! (Hierzu gibt's demnächst ein Video.) Für mich war das alles Neuland: Körpersprache, die überzeugt und auf das Pferd wirkt, aber auch, dass dieses Pferd durchaus kooperativ sein kann - sogar bei und mit mir ! Haupterkenntnis am Ende des Kurses: ich bräuchte viel mehr Zeit für Faghira, Zeit, die mir bislang aufgrund der Situation im Büro und der familiären Ereignisse fehlte. Aber: das Neue-Üben brachte auch schon kleine, ganz erfreuliche Erfolge!

Ausbildung

Die Reitstunden bei Ulrike Dienstbach vom RV Usingen waren zwar total anstrengend für uns beide ("groggy, aber happy :-)"), brachten mich als Anfängerin aber auch ein ganzes Stück voran, allmählich konnte ich sogar etwas aussitzen, was bei meinen Rückenproblemen und dem Nicht-Reitpferd-alldieweil Traber nicht wirklich einfach ist. Bodenarbeit, auch mit Pylonen und Trabstangen,  machten Faghira zunehmend ruhiger und zufriedener.  

Vor allem die Arbeit mit Trabstangen       schienen ihr richtig Spass zu machen! 

Nach einer langen Zwangspause im Frühjahr fiel der Unterricht im Juni entsprechend aus: ich hatte vieles verlernt und war komplett aus der Übung und konditionslos. Im Juni machte ich einen weiteren Longierkurs bei Andrea Lauth und erhielt wertvolle Tipps. Faghira war recht brav und hat sich auch an der Doppellonge bei Andrea für's erste Mal gut angestellt.  

Gelände/ Ausritte

Ausser zur Reithalle traute ich mich 2007 noch nicht allein ins Gelände: Faghira wollte immer gleich "nur rennen": anfangs hatte ich überhaupt keine Kontrolle über sie, sie entschied zu oft, "wo es lang ging", und fühlte sich selber viel sicherer, wenn ich nicht oben saß… Gegen das "Rennen" und als "Notbremse" geholfen hat hier (und in den Folgejahren v.a. im Frühling, wenn "juhu - rennen!" angesagt war ) das "Merothische Reithalfter", das sich sehr schön differenziert (Einwirkung Maul-Nase) einstellen lässt und wirklich Sicherheit gibt, und vor allem die Tipps in "Be strict im Sattel". Ende Februar 2007 habe ich dann zum ersten Mal einen "kl. Ausritt (gewagt) zum Steinchen u. zurück, prima gelaufen!" - mit Geitner's Tipps im Kopf ...

Für's Gelände konnte man den März wettermässig komplett vergessen: Regen Sturm, Schnee, oder auch alles zusammen, nur am 04. und 09. März war es mal wirklich schön. Ausritte mussten - auch wegen der vielen umgestürzten Bäume - erstmal zurückgestellt werden.


Sattelprobleme!

Das Sattelproblem bestand nach wie vor: Sattler Richter gab mir bei der Sattelkontrolle mit, doch mal zu überlegen, ob denn ein baumloser Sattel nicht die bessere Lösung wäre. So war das Wetter im April zwar besser, aber das nutzte mich nicht viel: ich war damit beschäftigt, einen für Faghira und mich passenden Sattel zu finden - und damit kann man richtig viel Zeit verbringen! Unterrichtsstunden musste ich absagen (" Sch … Sattel(-druck), kein Unterricht").

Auf Anraten von Deborah Sanborn (aus den USA, mit ihrem Mann Matt Everling), die Faghira erstmals osteopatisch behandelten, bestellte ich mir einen - baumlosen - Freeform-Sattel (vom Barefoot waren Faghira und ich schon im Trab nicht begeistert). Erste Versuche zeigten: Freeform - ja- aber ein anderes Modell. Also wieder zurückschicken und umbestellen. Das Sattelhaus in Hamburg hat mich hierbei super kompetent und stets freundlich beraten - das war ein ganz netter Kontakt! Am 20. 04. konnte ich notieren: "Freeform super! Bequem, passt, nicht lapprig. Trotz widriger Umstände (Springplatz, Halle,  F. nervös - ganz ok." Es begann eine schöne Zeit: der neue Sattel war prima, Faghira lief sehr gut damit und endlich konnten wir  - wie zuvor meist nur mit anderen  - auch ins Gelände. Und: das Wetter spielte mit!

Nur meiner damaligen Reitlehrerin gefiel der neue Sattel nicht so gut auf dem Pferd und mit mir - sie meinte, er rutsche und setze mich schief. Doch nicht nur sie, sondern immer wieder auch später meine noch heutige Reitlehrerin Annette Kreiling,  oder auch Claudia Frantzki in ihren Kursen, haben mich immer wieder darauf hingewiesen, aber die Sattelsuche für mich war eine fast traumatische Erfahrung, ich wollte nicht schon wieder auf die Suche gehen müssen ...der Freeform war doch im Gelände sooooo bequem,   und vor allem: er passte sich Faghira's wechselnder Bauchdicke an und drückte sie nicht! 

"Be strict"&  more

Die sattellose Zeit nutzte ich vermehrt für die "Be strict"-Übungen, und der Umgang mit Faghira wurde zusehends einfacher, kontrollierbarer, und sie selbst viel ruhiger. Das "Be-strict"-Halfter war zum Reiten nicht geeignet, es fehlt die Einwirkungsmöglichkeit über's Gebiss, aber als Führ- und Bodenarbeitshalfter ist es super! (Anmerkung 2017: dieses Halfter gibt es nicht mehr im Geitner-Shop.)

Schöne, lange Spaziergänge (z.T. auch mit anderen) zeigten allmählich eine ganz andere Faghira als noch 2006: " F. ganz lieb, hab das Gefühl 'es wird' - be strict -" und: das Ausbildungshalfter gab mir auch mehr Sicherheit - und Kraft in schwierigen Situationen (fremde Pferde, Waldarbeiterfahrzeuge ...). Auch das durch-einen-Bach-waten war nun in der Regel kein Problem mehr. Sicher gab es an und an noch die eine oder andere Diskussion, z.B. um die richtige Richtung, aber die Entscheidung fällte im Unterschied zum Anfang jetzt ich. Und das Problem wurde an Ort und Stelle gelöst!                                           

  Regelmässige Trailstunden, an denen wir vereinsseitig jeden 1. Samstag im Monat teilnahmen, waren spannend, lustig und hilfreich, auch wenn es lange dauerte, bis sie z.B. über die "Wasserplane" ging. Aber diese Stunden waren für Faghira mental auch immer sehr anstrengend, was sich manchmal durch "Zicken" auf dem Rückweg bemerkbar machte.

Am 20. Juni kam mir Faghira das erste Mal auf der Koppel entgegen gelaufen, von unten hoch - ein unbeschreibliches Gefühl! Auch in der Folgezeit ab und an - und auch bis heute nicht immer, und nur nach Befinden: wenn es angenehmer oder schöner ist, bei den Kumpels zu bleiben und zu grasen, statt zu arbeiten, dann zeigen wir das auch...

Wetter und Gesundheit

Das Wetter machte auch das Anweiden angenehm;   was ihr allerdings - und das bestätigte sich auch in den Folgejahren - zu schaffen machte, waren Wetterumschwünge. Ich muss keinen Wetterbericht kennen, nur die Laune meines Pferdes deuten: wenn sie 'hippelig' oder schwunglos, unmotiviert, ist, ändert sich das Wetter; dann ist es meist am besten, nur spazieren zu gehen, oder auch mal nichts zu machen.

2007 blieben die Pferde vom Erlenhof ab dem 23. Mai bis zum Herbst auch nachts draussen. Die erste Nacht ist immer sehr aufregend für alle, und Faghira am nächsten Tag eigentlich immer total müde! Zudem war es in diesem Jahr bis Ende Mai sehr warm bis drückend schwül; abends oder nachts gab es oft heftige Gewitter.  Ende Mai wurde es wieder sehr kalt und regnerisch - alle kamen nachts nochmal rein; Anfang Juni wurde es dann wieder irre warm, mit vielen Gewittern. Das hohe Gras führte wie schon im Jahr zuvor zu hartnäckigem Durchfall, den wir nicht in den Griff bekamen (das änderte sich erst im Sommer 2011, als wir wieder auf der Talmühle waren und Faghira nicht mehr Tag und Nacht draussen war). Sie nahm wieder sehr schnell und viel zu, aber mir wurde ja gleich im Juli 2006, als wir auf dem Erlenhof einzogen, gesagt: "die bleibt nicht so schlank" - und zugegeben, sie war nicht das einzige "Moppelchen", aber viele andere nahmen in der Weidesaison dann doch nicht sooooo viel zu! Aber damals machte ich mir noch nicht so viel Gedanken darüber, wusste auch zu wenig über "Leichtfuttrigkeit" - und: "wie mit zwei Stunden reiten gegen 22 Stunden Koppelgang ankommen ???"

Ausritte

Ab Juni notierte ich viele schöne Ausritte mit Stall-und/oder Vereinskameradinnen, wobei die langen und oft auch flotteren mit P.W. und ihrer quirligen Araberstute "Gerameh" sowie Benny, dem großen Airedale-Foxterrier, der immer vorneweg war, die schönsten waren! Gerameh und Faghira verstanden sich sehr schnell und galoppierten zu unserer Freude auch problemlos nebeneinander her, ohne Wettrennen veranstalten zu wollen. Bei P. lernte ich mit Faghira, auch im Gelände laaangsam zu traben. Oft ging es aber auch unkonventionell irgendeinen kleinen Pfad "durch's Geräusch" und die Umgebung wurde mir langsam vertrauter.

Mitte Juli begann Gerameh zu husten, aber es war glücklicherweise nur eine Bronchitis, aber es hat sehr lange gedauert, bis sie wieder in Ordnung war. Deshalb gab es zu dieser Zeit gemeinsam nur kleine, ruhige Runden. Erst Ende Juli konnten wir wieder zusammen länger ins Gelände reiten - aber da aber waren dann beide Pferde auch richtig galoppierfreudig und anschliessend im August wieder in guter Form ("Ein 2 1/2 Std. Ausritt mit PW, super schön, tolle Galoppstrecken; Mädel geschafft!") oder: " Langer Ausritt (Loipe) mit P.W; Faghira galoppiert wie ein Rennmäuschen". Ausritte mit anderen waren allerdings nur bedingt von Erfolg gekrönt, weil entweder Faghira die anderen Pferde - obwohl bekannt - anzickte, oder diese ihr zu langsam waren, und das trug auch nicht zu ihrer Zufriedenheit bei  ( "mit T. Schrittausritt zwei Stunden, Faghira gelangweilt"  oder "Ausritt nervig, weil B. so langsam").

Die zweite Jahreshälfte...  Juli - Dezember 2007

Die zweite Jahreshälfte begann mit schlechtem und kaltem Wetter, das fast den ganzen Juli anhielt, Lahmheit und Einrenken von Faghira und dem krankheitsbedingten längeren Ausfall meiner RL. Ich übte weiter und ganz allmählich wurde auch der Trab auf der rechten Hand besser. Mitte Juli war es dann dann heiss und drückend, mit jeder Menge von Bremsen und Kriebelmücken. Der Longen- und Doppellongenunterricht bei Andrea Lauth fand weiter statt, wobei Faghira am Anfang nicht so sonderlich begeistert die DL annahm, es zunehmend aber besser wurde und das Ganze  sich auch positiv auf's Reiten im Unterricht auswirkte. Auch traute ich mich immer mehr auch allein ins Gelände ("sehr warm - schöner Solo-Ausritt,  alles ok"), , wobei ich neue Wege immer erst auf einem Spaziergang probierte - und sie dann manchmal beim nächsten Ausritt auf Anhieb nicht fand - alles sah so anders aus (" Mit F. endlich den gesuchten Weg gefunden, wieder wärmer, schöner Ausritt (solo)") ; "wunderschöner Solo-Ausritt bis Weihersgrund - alles ok + Mädel müde und zufrieden :-)".

Ein besonderes und für mich erstmaliges, aufregendes Ereignis 2007    war die vom Reit- und Fahrverein Neu-Anspach am 26. August ausgerichtete Reiter-Rallye 2007.   Morgens war ich schon um 7.50 Uhr im Stall und bereits mittags fertig (weil ich mit bei den ersten gestartet bin). Die Strecke war kein Problem, denn 15 km hatten wir schon des Öfteren zurückgelegt; es war schön, feststellen zu können "ach, hier sind wir" ...          

Anfang September hat sich Faghira selbst mit den Nägeln vom Eisen hinten rechts verletzt, weil sie in der Stallgasse "rumgehampelt" hat - Folge: Sprühverband, Spritze, Reitverbot, Medikamente morgens vor'm Büro auf der Koppel, mit Banane - aber trotzdem kaum eine Chance, abends gar nicht (“das soll ich essen ???!“). Ein paar Tage später mittags nach dem TA-Besuch (Antibiotikum) der Versuch, die Medikamente mit Honigwasser in einer Spritze zu geben - mit passablem Erfolg, deshalb abends optimiert :-). Ab dem 10. September wurde das Bein langsam besser und Longieren  war auch wieder erlaubt. Ende September - nachdem Faghira immer mal wieder seit Juli gelahmt hat -  die ernüchternde Nachricht nach der Untersuchung durch Frau Dr. Sachs: das Lahmen kommt vom baumlosen Sattel bzw. der Sattelgurtaufhängung: wenn man wie ich viel im leichten Sitz reitet, erzeugt das Druck (da zu weit vorn) - bedeutete: wieder Nicht-Reiten, für Wochen, und das Satteldrama begann von Neuem! Auch Debbie Sanborn und Matt, die im Oktober wieder im Lande waren, verordneten ihr Ruhe - also spazieren gehen, oft mit den anderen, die von Debbie ebenfalls 'Gerittenwerdenverbot' hatten - aber bei dem schönen Wetter und der herrlichen Gegend um den Hessenpark war das dann doch nicht ganz so schlimm!

Der Oktober brachte für mich eine wichtige Änderung: ich hatte schon lange keinen kontinuierlichen Unterricht mehr, aber lernte jetzt über eine Vereinskollegin Annette Kreiling (NLP-Coach und Hobby-Pferdezüchterin) kennen und hatte bei ihr am 10. 10. die erste Unterrichtsstunde mit Schwerpunkt Bodenarbeit. Es wurde auch Zeit: Faghira lief eh' schon wegen des Sattels nicht sonderlich gut und so konzentrierte der Unterricht sich zunächst auf Sitzschulung an der Longe, zumal auch ein weiterer neuer Sattel von einer mir empfohlenen Sattlerin weder wie bestellt war noch gepasst hat - Herr Richter, den ich bat, ein Auge darauf zuwerfen, war leicht entsetzt - also hatte mich mein Gefühl und Faghira's Reaktion nicht getäuscht! Ab November 2007 gab es "Unterricht - ach herrje, von der Pike auf …"  und in kleinen Schritten. Dazu Stangenarbeit, und ich begann, Faghira frei springen zu lassen - sie hat ganz schnell gelernt, was sie tun sollte und lief manchmal von selber los, nachdem ich mit umbauen oder höherlegen fertig war ... -

Schön war, dass sich jetzt eine Gruppe für den RU zusammenfand: bis 2010, bevor einige wegzogen oder aufgehört haben, waren wir zu sechst und hatten regelmässig einmal pro Woche Einzelunterricht (" Biegeübung im Schritt - puh - anstrengend für beide!!"); notiert habe ich im Dezember " richtig tolle Unterrichtsstunden: Paraden, Sitzschulung, Anlehnung... !" Langsam wurde alles etwas besser: der Trab, der Galopp, der Sitz, die Hände ... " treiben gelernt - wär' ich doch 20 Jahre jünger!"

Das Wetter gab sich jahreszeitentsprechend mit Regen, Sturm und auch schon Schnee; 

die Pferde waren seit Anfang November auf dem Paddock, Faghira bekam Ende Oktober die Eisen ab und lief wieder fühlig, v.a. hinten, sodass die Hufschuhe wieder beim "Schrittausritt mit hippeligem Pferd - weiss sieht die Natur halt schon ganz anders aus" zum Einsatz kamen; längere Ausritte waren jetzt eher selten, Ende November nochmal "Pläne umgeschmissen und ins Gelände, schöner Ausritt, herbstlich neblig, mit Thermohose gut eingepackt. F. ziemlich munter, aber alles ok.". Im Dezember wurde es dann richtig kalt ("-8°, morgens kurz zum Longieren i.d. Halle - bibber!" Ja, " bibber-herrliches Wetter - nur zu kalt für's Gelände", aber dann auch feucht-neblig, was nicht nur Faghira, sondern auch mir zunehmend zu schaffen machte. Unspektakulär ging dieses Jahr mit Reiten in der Halle mit ausgiebiger Galopparbeit zu Ende …